Im Jahr 2023 lebten in Deutschland etwa 72.000 Menschen ohne jeglichen Krankenversicherungsschutz, wie aus den jüngsten verfügbaren Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) hervorgeht. Diese erschreckende Zahl, wenngleich sie weniger als 0,1 % der Gesamtbevölkerung ausmacht, verdeutlicht eine anhaltende Problematik im Gesundheitssystem - trotz bestehender Krankenversicherungspflicht. Besonders besorgniserregend ist, dass die tatsächliche Zahl vermutlich noch deutlich höher liegt, da viele Menschen in der Statistik nicht erfasst werden - insbesondere Wohnungslose und Migranten. Im Vergleich zu 2019 ist die Zahl um rund 11.000 gestiegen, was von Experten als alarmierend wahrgenommen wird. Besonders kritisiert werden die bürokratischen Hürden, die es gerade sozial schwächeren Gruppen erschweren, in das Sozialversicherungssystem aufgenommen zu werden.
Rund 75 % derjenigen, die 2023 ohne Krankenversicherungsschutz waren, gehörten zu den sogenannten Nichterwerbspersonen. Darunter fallen unter anderem Rentner sowie Studierende über 26 Jahre. Männer waren mit 61 % (44.000 Personen) stärker betroffen als Frauen. Diese Zahlen spiegeln eine langfristige Problematik wider: Menschen, die aus verschiedenen Gründen nicht über ein reguläres Erwerbseinkommen verfügen, fallen häufig durch das Netz des Versicherungssystems.
Für viele, die offiziell nicht krankenversichert sind, existieren zumindest alternative Anspruchsgrundlagen auf Gesundheitsversorgung. Laut Statistischem Bundesamt hatten etwa 198.000 Menschen im Jahr 2023 zwar keine Krankenversicherung im „klassischen“ Sinne, aber dennoch Anspruch auf medizinische Versorgung - etwa als Asylsuchende, Sozialhilfeempfänger oder freiwillig Wehrdienstleistende.
Hinweis: Auf der anderen Seite waren im Jahr 2023 rund 89 % der Bevölkerung gesetzlich versichert (ca. 73,3 Millionen Personen) und 11 % privat versichert (rund 9 Millionen). Zusätzlich waren rund 5,1 Millionen Menschen freiwillig gesetzlich versichert, wie etwa Selbständige oder höherverdienende Angestellte.